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Multimedia

Nur ein Mausklick bis zum Grauen

200 Zuhörer beim Vortrag über Jugendschutz und Internet an der Realschule


Teure Kreditkartenabrechnungen, Verletzungen des Urheberrechts, Fotos von Leichen, Pornofilme und Pädophilen-Chat: So manchen der rund 200 Eltern und Lehrkräfte dürfte am Montag, 20. April 2009, das Entsetzen gepackt haben, als Kriminalhauptkommissar Rainer Richard im Vortrag an der Realschule über die Gefahren des Internets für Kinder und Jugendliche aufklärte. Der Referent ist Fahnder für Internetkriminalität und Jugendschutz bei der Polizei in München und hat bereits mehrere Publikationen zum Thema Internet und Jugendschutz veröffentlicht.  

Der Jugendmedienschutz soll Kinder und Jugendliche vor Inhalten bewahren, die sich schädigend auf deren Psyche auswirken. Was jedoch als schädlich empfunden wird, ist entscheidend durch das kulturelle Umfeld geprägt. So wird beispielsweise in den Niederlanden Hardcore-Pornographie spätabends auch im frei empfangbaren Fernsehen gesendet. In Deutschland, das über eines der besten Gesetze zum Jugendmedienschutz verfügt, wäre dies unmöglich. Hinsichtlich der Internationalität des World Wide Webs jedoch stößt das nationale Jugendschutzrecht schnell an seine Grenzen. Hier hilft nur Aufklärung und Wachsamkeit sowohl seitens der Kinder und Jugendlichen als auch seitens der Eltern und Lehrkräfte. Da hierzu jedoch oftmals das nötige Wissen fehlt, engagiert sich der Familienvater Reinhart bereits seit 1996 in der Weiterbildung von Eltern und Lehrern.


Dass Maßnahmen gegen die Jugendgefährdung im Internet dringend notwendig sind, wird an mehreren Punkten deutlich. Monatlich versenden Rechtsanwaltskanzleien im Auftrag der Musikindustrie rund 45000 Abmahnungen, die Schadensersatzansprüche von meist mehreren Tausend Euro für illegal erworbene Musikdateien einfordern. Zu den schockierenden Einsichten zählen auch, dass sich der Konsum von Pornofilmen zusehends auf Sprache und Frauenbild der Jugendlichen niederschlägt oder dass über 90 Prozent der Kontakte zwischen Pädophilen und Kindern über das Internet hergestellt werden.
Bundesweit ermitteln rund 50 Polizeibeamte (Stand 2005) ohne konkreten Anlass im Internet. Wenn man bedenkt, dass diese auch noch andere Aufgaben zu erledigen haben und alle übrigen Ermittler erst auf eine Anzeige hin tätig werden dürfen, so wird schnell deutlich, dass nur ein sensibilisiertes Bewusstsein für den Jugendschutz im Internet vor den allgegenwärtigen Gefahren bewahrt. Nähere Informationen sind im Internet unter der Adresse „www.nur-ein-mausklick.info“ zu finden.