Theatervorstellung
White Horse Theatre: „The Weasle in the Sack“
Englisches Theaterstück für die fünfte und sechste Jahrgangsstufe der Realschule
Ein etwas zerknautschter weißer Mitsubishi-Bus fährt am Theatersaal des Förderzentrums vor und nacheinander schlängeln sich vier junge Leute aus dem Fahrzeug, das bis obenhin mit Requisiten vollgestopft ist. Zwei Schüler helfen tatkräftig, alles Benötigte die steile Wendeltreppe zum Saal hoch zu schleppen. Mit routinierten Griffen wird die Bühne dekoriert und dann verschwinden die Akteure hinter den schwarzen Vorhängen. Nachdem sich der Zuschauerraum mit angeregt plaudernden Mädchen und Jungen gefüllt hat, gehen die Scheinwerfer auf der Bühne an, Musik erklingt und da erscheint auch schon ein junger Mann im Fantasiekostüm, um das Publikum zu begrüßen. Er gibt sich nicht eher zufrieden, bis der Gruß von Seiten der Schüler kraftvoll erwidert worden ist, und nun beginnt das Märchen von Mrs. Grump und ihren drei Kindern.

Die Söhne - der mollige und ziemlich gefräßige Marmaduke und der schöne Algernon - können gar nicht oft genug betonen, wie stark, schlau und gutaussehend sie seien und wie unbedeutend dagegen ihre Schwester Fred sei, die aber immerhin die gesamte Hausarbeit erledigt, da ihre eitlen Brüder ja ständig mit Essen bzw. Schönheitspflege ausgelastet sind. Weil die Haushaltskasse nahezu leer ist, schickt Mrs.Grump ihre Söhne in die Welt hinaus, um ihr Glück zu machen und hoffentlich wohlhabend wieder heimzukehren.
Die Brüder treffen auf ihrer Reise eine Bettlerin, die sie sehr unfreundlich behandeln, und kämpfen mit einem Drachen. Sie verlieren den Kampf und müssen nun jahrelang für das Untier arbeiten.
Auch ihre Schwester Fred macht sich nach einem Jahr auf die Wanderschaft (wobei sie sich einen Schüler als Begleiter für die erste Wegstrecke holt), weil dringend Geld gebraucht wird. Auch sie trifft die Bettlerin, behandelt sie mitfühlend und erfährt von ihr, wie man den Drachen außer Gefecht setzen kann. Als Siegerin im Kampf gegen das Ungeheuer erhält sie Gold, das sie ihren Brüdern mit nach Hause gibt, während sie noch mit den Dorfbewohnern feiert. Die hinterlistigen Brüder stecken die Schwester in einen Sack, als sie heimkehrt, und wollen sie im See versenken. Fred wird aber von der Bettlerin gerettet, und von ihr erfährt sie auch, dass sie in Wirklichkeit die verloren geglaubte Tochter dieser Frau ist, und dass diese in Wahrheit eine Königin ist. Jetzt müssen Algernon und Marmaduke in den Sack schlüpfen. Sie werden von der Königin und von Prinzessin Fred – unter kräftiger Mithilfe einiger Schüler – gekitzelt und müssen versprechen, nie wieder so gemein zu sein.

Nach kräftigem Schlussapplaus verwandeln sich Mrs. Grump und ihre Sprösslinge wieder zurück, die Bühne wird mit Hilfe zupackender Schüler abgeräumt und sämtliche Kostüme und Dekorationsgegenstände werden systematisch in den Bus
geschlichtet. Das White Horse Team (eins von sieben) verabschiedet sich und kurvt winkend davon. Für Lehrer und Schüler waren die drei Aufführungen ein positives Erlebnis: Die witzige Art der Inszenierung macht gute Laune, und es ist v.a. für die Fünftklässler eine großartige und motivierende Erfahrung, schon ein ganzes englisches Theaterstück zu verstehen.
Barbara Manz