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Heimatwettbewerb   

Bischof - Kammer - Weiher - Öd - Mais - Antwort - Elend - Spielberg - Kettenham - Fuchsthal - Grasweg - Katzbach ...

Diese Sammlung von Geschichten zu besonderen Ortsnamen im Landkreis Rosenheim entstand als fächerübergreifendes Projekt im Deutsch- und Geschichtsunterricht der Klasse 6e.  

In den ersten Geschichtsstunden der 6. Klasse ergab sich bei der Beschäftigung mit dem Inhalt des neuen Faches Geschichte und der Erarbeitung des Begriffs "Quelle" auch die Frage nach der Herkunft von Ortsnamen. Dabei stellten wir fest, dass es im Landkreis Rosenheim zahlreiche ungewöhnliche, oft auch lustige Ortsnamen gibt. Im Deutschunterricht befassten sich die Schüler(innen) bei der Analyse von Sagen auch mit Sagen des Heimatraumes.

Da in dieser Jahrgangsstufe das Erzählen noch einen breiten Raum einnimmt, entstand die Idee, für ungewöhnlichere Ortsnamen selbst eine Geschichte zur Erklärung zu erfinden. Die Ortsnamen wählten die Schülerinnen selbst aus. Die Illustrationen entstanden zu Hause. 

Susanne Paukner

Antwort

Vor Hunderten von Jahren lebte ein kleiner Junge in einem Dorf. Als der Junge in der Schule saß, fragte ihn der Lehrer, was acht plus drei sei.

Der Junge war aufgeregt, weil er die Antwort nicht wusste. Da schaute er aus dem Fenster und sah ein wunderschönes Blumenbeet. Er zählte die Blumen und wie durch ein Wunder ergaben sie zusammen das Ergebnis der Rechenaufgabe. Als er in der Deutschstunde gefragt wurde, wie man „Haare" buchstabierte, wusste der Junge nicht, ob man es mit zwei „a"s schreibt. Da schaute er noch einmal aus dem Fenster und sah zwei Wolken in den Formen von zwei „a"s. Der Junge buchstabierte es so, wie die Wolken es ihm beschrieben hatten, und es stimmte. Er dachte es wäre nur seine Fantasie, doch als ihm die Natur noch öfter weiterhalf, wusste er, dass das nicht an ihm, sondern an diesem Ort lag.

Der Junge erzählte das Wunder im ganzen Dorf herum. Und die Bewohner nannten den Ort deshalb bald „Antwort".

Buch

Vor vielen hundert Jahren wurde in dem Ort, der seit diesem historischem Ereignis „Buch" heißt, das erste selbst gedruckte Buch von einem Holländer namens Ruud van Bichlerbaum veröffentlicht.

Die Menschen staunten sehr darüber. Sie konnten sich nicht vorstellen, dass dieser Holländer ein Buch anders als durch Abschreiben herstellen konnte.Der Holländer erklärte immer wieder, wie er es machte.I rgendwann sagte er: "Wenn ihr mir nicht glaubt ,dann beweise ich es euch. "Mit viel Misstrauen willigten die Leute ein. Am nächsten Tag kam er mit leeren Händen. Die Leute waren sehr verärgert ,weil er selbst sagte, dass er sein Werk mitbringt. Der Holländer war nun in Erklärungsnot. Nach einiger Zeit gestand er,dass er gelogen hatte. Er sprach: „ Ich werde das Büchlein übermorgen am Marktplatz um 12 Uhr vorstellen."  Da trat das Dorf Oberhaupt vor. Erhobenen Hauptes sagte er." Solltest du dein Versprechen wieder nicht einhalten, dann bekommt mein Sohn dein Töchterlein. "Das traf den Holländer sehr, denn er liebte seine Tochter über alles. Wie sollte er ein Buch vorstellen können, von dem er erst eine Seite geschrieben hatte. Zu Hause angekommen machte er sich an die Arbeit. Da kam plötzlich das Dorf Oberhaupt herein. Er murmelte: "Das Buch sollte über 100 Seiten beinhaltender Holländer wurde schlagartig starr vor Schreck,weil er glaubte, das nie zu schaffen. Das Dorfoberhaupt verabschiedete sich und ging zur Tür hinaus. Nun war der Widerstand des Holländers endgültig gebrochen. Was sollte er nun tun? Plötzlich kam die Tochter des Holländers herein. Sie sprach: "Was machstdu da? "Soll ich dir helfen? Er dachte sich: „Wenn schon meine Tochter als Belohnung ausgesetzt ist.dann soll sie auch dafür sorgen,dass ich sie nicht verliere. Mit großem Eifer half die Tochter bei der Herstellung der Druckplatten. Sehr schnell hatte sie alle notwendigen Techniken von ihrem Vater abgeschaut . Gemeinsam arbeiteten sie zwei Tage und zwei Nächte. Pünktlich um fünf vor 12 am übernächsten Tag wurden sie fertig. Sofort fuhren sie mit einem Wagen Richtung Marktplatz.Schon lange warteten die Bewohner auf den Holländer. Plötzlich schrie einer der Leute. "Da,seht mal da drüben,da kommt er mit seiner Tochter. Natürlich wollten die Bewohner diese besondere Buch sehen. Van Bichlerbaum hob es hoch und zeigte es allen. Die Bewohner waren sehr erstaunt über das Buch und viele wollten es auch erwerben. Wie hat er das bloß so schnell geschafft? Aber alle freuten sich,dass der unbeliebte Sohn des Dorf Oberhaupts die schöne Tochter des Druckers nicht zur Frau erhielt. Zum Andenken an diesen Moment nannten sie bald das Dorf „Buch" .

Beichten - in der Gemeinde Griesstätt

Es war einmal vor sehr vielen Jahren ein kleines Dorf. In dem lebten viele Menschen, die sehr fromm und gut waren.

Es gab dort aber auch einen Mann, der böse war. Dieser ging nie in die Kirche und auch nicht zum Beichten. Als ihn eines Tages eine alte Frau besuchte, sagte sie zu ihm: „ Geh doch einmal in die Kirche oder wenigstens zum Beichten." Der Mann ließ sich aber noch nicht dazu überreden. Als die alte Frau nach einer langen Krankheit starb, überlegte er, ob er fiir sie zum Beichten gehen sollte. Am Abend, als er im Bett lag und schlief, hörte er in seinen Träumen Gott zu sich sprechen. Dieser sagte: „ Wenn du nicht zum Beichten gehst, wird eine schlimme Heuschreckenplage über das Dorf kommen." Der Mann ging aber immer noch nicht in die Kirche. Am nächsten Morgen besuchte er den Jahrmarkt und sah die vielen freundlichen Menschen. Plötzlich kam eine alte und sehr arme Frau, die Kerzen für die Kirche verkaufte, auf ihn zu. Sie fragte ihn: „ Willst du eine Kerze?" Doch dieser wies sie hart ab.

Am nächsten Tag ging er dann schließlich doch in die Kirche, um zu beichten, denn der Gedanke an die Heuschrecken war ihm nicht so sehr geheuer. Am gleichen Tag, nachdem er in der Kirche war, ging er nochmals auf den Markt und kaufte der armen Frau zwei Kerzen ab. Er hatte gegenüber der alten Frau ein schlechtes Gewissen. In der Nacht hörte er wieder Gott sprechen. Er sagte: „ Die Heuschreckenplage wird nicht kommen, weil du jetzt das Richtige getan hast." Als der Mann kurze Zeit später auch sehr krank wurde und auf dem Totenbett lag, erzählte er den Dorfbewohnern von seinen Träumen. Mit schwacher Stimme, sagte er: „ Als ich eines Nachts schlief, hörte ich Gott zu mir sprechen. Dieser sagte, wenn ich nicht zum Beichten gehe, wird eine schlimme Heuschreckenplage über das Dorf kommen. Also habe ich gebeichtet. Aber bitte liebe Leute, denkt nicht zu schlecht von mir." Nach diesen Worten verstarb der Mann. Nach der Beerdigung sprachen die Dorfbewohner noch lange über den Verstorbenen und die Heuschrecken.

Nach einiger Zeit bürgerte sich ein, vom Dorf mit dem rettenden Beichten zu sprechen.
Daraus entstand schließlich der Ortsname „Beichten".