„Ein ewig Rätsel bleiben will ich ..."
Besuch der Landesausstellung „Götterdämmerung: König Ludwig II"

Auf den Spuren König Ludwig II. wandelten die Schüler der Klassen 9d und 9h. Im Rahmen einer Geschichtsexkursion besuchten sie am 05.07.2011 bei Kaiserwetter, begleitet von Frau Paukner und den Studienreferendaren Frau Aubele und Herrn Joachimbauer, die diesjährige Landesausstellung „Götterdämmerung: Ludwig II" im Schloss Herrenchiemsee, die der weltweit wohl bekanntesten bayerischen Persönlichkeit anlässlich des 125. Todestages gewidmet ist.

Nach kurzer Schifffahrt auf dem Chiemsee von Prien zur Herreninsel und Fußmarsch zum Schloss tat sich der Blick auf das beeindruckende Königsschloss auf, das Ludwig II. als bayerisches Versailles und Denkmal seiner Herrschaftsidee errichten ließ. Wenn auch der Innenausbau dieses 1878 begonnenen Prachtbaus bis heute nicht vollständig fertig gestellt wurde, konnten die Schüler bei einer Schlossführung die Repräsentations- und Wohnräume der Residenz besichtigen. Beeindruckt zeigten sich alle Teilnehmer von Prunk und Pracht der Gemächer des bayerischen Königs und waren umso mehr erstaunt, als sie erfuhren, dass der König sich hierin nur gerade zehn Tage seines Lebens aufgehalten hat.

In den unvollendeten Zimmerfluchten des Neuen Schlosses Herrenchiemsee präsentiert das „Haus der bayerischen Geschichte" von Mai bis Oktober die Landesausstellung 2011, die die „Geschichte eines Unzeitgemäßen", nämlich die des Königs Ludwig II. von Bayern zum Thema hat.
In vier kleinen Gruppen wurden die Schüler von sachkundigen Angestellten des Hauses durch die Ausstellungsräume geführt und mit Zeit und Welt, Leben, Wirken und Sterben des „Märchenkönigs" vertraut gemacht. Nach dem Muster einer klassischen Tragödie wird die Vita Ludwigs in fünf Akten aufgerollt und erzählt. So erfahren die Schüler Schritt für Schritt, wie der junge Prinz, der in seiner Märchenwelt aufwuchs, mit 18 Jahren in schwierigen Zeiten König wurde, wie das Land unter seiner Herrschaft die Selbständigkeit verlor und er als bayerischer König „einen Kaiser über sich gesetzt bekam". In weiteren Stationen der Ausstellung wird vermittelt, wie König Ludwig sich zunehmend aus der Realität zurückzog, neue Schlösser als seine Gegenwelten entwarf und errichten ließ, sein Königreich hingegen ohne sein Zutun ins neue Industriezeitalter aufbrach. Der letzte, fünfte und für die Schüler wohl interessanteste Akt der Ausstellung ist dem von Rätseln umgebenen Lebensende Ludwigs, seinem tragischen Tod 1886 im Starnberger See und dem weiterlebenden Mythos um den bayerischen „Superstar" gewidmet.
Ein interessanter wie lehrreicher und etwas anderer Schultag ist mit vielen neuen Eindrücken für die beiden 9. Klassen am frühen Nachmittag des fünften Juli zu Ende gegangen.

Nathalie Aubele, Dominik Joachimbauer