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Lena Gorelik

Einmal Sankt Petersburg - Ludwigsburg ohne Rückfahrkarte

Autorenlesung an der Realschule Wasserburg

"Leider" war das einzige deutsche Wort, das Lena Gorelik verstand, als sie mit ihrer russisch-jüdischen Familie 1992 als sogenannter "Kontingentflüchtling" nach Deutschland kam. Elf Jahre war sie damals alt, und weil sie keine ausländische außenseiterin sein wollte, brachte sie sich mit Hilfe bekannter Kinderbücher wie "Pippi Langstrumpf'" so schnell wie möglich die sprache ihres Gastlandes bei. Das ist ihr mit durchschlagendem Erfolg gelungen: Heute, 17 Jahre später, ist sie eine mehrfach preisgekrönte Schriftstellerin, und es war gar nicht so leicht, einen Termin zu finden, an dem die Autorin Zeit für eine Lesung in Wasserburg hatte.

Am 18. Mai kamen vier zehnte und zwei neunte Klassen in den Theatersaal des Instituts, um Lena Gorelik und ihre Werke näher kennenzulernen. In ihrem ersten Roman mit dem Titel "Meine weißen Nächte" (Eingeweihte bemerken schon den hinweis auf Sankt Petersburg), aus dem die Schriftstellerin mehrere Kapitel vortrug, erzählt sie mit viel Humor die Geschichte von Anja, die wie ihre Erfinderin im Kindesalter mit ihrer Familie von Russland nach Deutschland auswandert. Zwischendurch testete Frau Gorelik auch einmal das Wissen der Realschüler über Russland, um ihnen klarzumachen, welchen Vorurteilen ein Auswanderer im Gastland begegnet.

Im Anschluss an die Lesung nützten viele Schüler die Gelegenheit, der Autorin Fragen zu stellen und erfuhren so noch manches über den Schriftstellerberuf, aber auch Persönliches.

Barbara Manz