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Wasserburg in der NS-Zeit

Dass die Zeit des Nationalsozialismus zu den dunkelsten Kapiteln der deutschen Geschichte gehört, ist heute unumstritten. Doch welchen Einfluss übte das NS-Regime tatsächlich auf die einzelnen Städte und deren Bevölkerung aus? Die Klasse 9d ging dieser Frage im Wasserburger Stadtarchiv nach und untersuchte anhand von Originalakten und Zeitungsberichten den Einfluss der NSDAP auf ihre Heimatstadt.

 

Aufgeteilt in Gruppen erfuhren die Schüler, wie das Regime das Stadtbild veränderte. So wurde etwa der „Rote Turm“ zum Hauptquartier der HJ  oder der heutige „Marienplatz“ zum „Adolf-Hitler-Platz“. Auch der Besuch des Reichsleiters Dr. Ley oder die 1938 stattfindende 800-Jahrfeier der Stadt waren Gelegenheit für die Nationalsozialisten, ihren Einfluss vor Ort zu verstärken. Originalaufnahmen zeigen ein Wasserburg, geschmückt mit Hakenkreuzflaggen, und gaben den Schülern einen Eindruck davon, wie sich die Stadt in den Dienst des Regimes stellte.

 

Wie schwierig es für den Einzelnen gewesen sein muss, sich der „Volksgemeinschaft“ zu entziehen, zeigen Erhebungen von Seiten der Stadtverwaltung, in denen deren Angestellte und Beamte nach Partei- und Vereinszugehörigkeit befragt wurden. Dass sich nicht zuletzt auch die Schullandschaft Wasserburgs nach dem Regime ausrichtete, macht die Gründung politischer Schulen bei gleichzeitiger Schließung des Institutes der Englischen Fräulein deutlich.

 

Nachdem alle Gruppen am Ende ihre Ergebnisse präsentierten, konnten die Schüler als Ergebnis festhalten, dass Wasserburg zwischen 1934 und 1945 fest in der Hand der Nationalsozialisten war. Besonders wertvoll war die Erfahrung, anhand von Originalquellen die Vergangenheit der eigenen Heimatstadt zu erforschen, eine Möglichkeit, auf die bald wieder zurückgegriffen werden sollte. 

Hohenadl Martin