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Zeitzeugengespräch mit Herrn Abba Naor

Ein weiteres Projekt von „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“

Im Rahmen des Schulprojekts „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“ gelang es Herrn Abba Naor, ein 1928 geborener Überlebender des Holocausts, zu gewinnen. Er erzählte am 25.10.2018 im Theatersaal des Förderzentrums den Schülerinnen und Schülern der Jahrgangsstufe 9 aus seinem Leben und den Erlebnissen während der NS-Zeit.

 

Abba Naor wurde am 21. März 1928 im litauischen Kaunas geboren. Sein Leidensweg begann 1941, als die deutschen Besatzer und ihre litauischen Helfershelfer die jüdischen Bewohner der Stadt, darunter auch Naors fünfköpfige Familie, in das Ghetto sperrten. Sein älterer Bruder Chaim wurde kurze Zeit später erschossen. Vom Ghetto wurde die Familie 1944 in das KZ Stutthof deportiert. Abba Naors Mutter und sein kleiner Bruder wurden vor seinen Augen nach Auschwitz-Birkenau transportiert und dort vergast. Sein Vater kam nach Allach, der 16-jährige Abba im August 1944 nach Utting am Ammersee, weil sie als arbeitsfähig eingestuft wurden.

 

1945, kurz vor Kriegsende, meldete Abba sich freiwillig für das berüchtigte Außenlager Kaufering I, weil er hoffte, dort seinen Vater zu treffen. Amerikanische Soldaten befreiten ihn am 2. Mai auf dem sogenannten Todesmarsch in Richtung Bad Tölz nahe Waakirchen. Wenig später gelang es ihm auch seinen Vater ausfindig zu machen.

 

Aus seiner ganz persönlichen Sicht gewährte Abba Naor den Schülerinnen und Schülern Einblicke in die NS-Zeit und den Holocaust anhand seiner eigenen Erfahrungen. Zur Ruhe gekommen sei er bis heute nicht: „Das Lager wurde zwar von uns befreit, aber wir nicht vom Lager.“ Deswegen sieht es Naor als seine Berufung und Verantwortung, mit Vorträgen wie diesem die Erinnerungskultur lebendig zu erhalten. Abschließend appellierte er an die Schüler, die Schule als ein Privileg zu sehen, betonte deren Verantwortung für die Zukunft sowie gegen das Vergessen und warnte auch vor „falschen Propheten“ in der heutigen Zeit.

 

Ein herzliches Dankeschön an dieser Stelle an Herrn Naor für sein Kommen und die bewegende Darstellung seiner Geschichte! Ebenfalls gebührt ein großer Dank dem Förderzentrum, die uns, wieder einmal, den Theatersaal sehr bereitwillig überlassen und auch bezüglich der technischen Ausstattung unterstützt haben.

Michael Andörfer

 

„Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“

"So fremd wie wir Menschen"

Das Lesungs-Projekt „So fremd wie wir Menschen“ wurde von den zwei Autoren Birgit Müller Wieland und Fridolin Schley am 01.02.2018 durchgeführt und fand bezüglich des Schulprofils „Schule ohne Rassismus - Schule mit Courage“ statt.

 

   

 

Insgesamt nahmen daran 118 Schülerinnen und Schüler der neunten Jahrgangsstufe teil, die mit zwei Texten konfrontiert wurden, die durch ihre Tiefgründigkeit zum Nachdenken über "Andersartigkeit" und "Toleranz" anregten. Durch die Vortragsweise gelang es den beiden Autoren den Schülerinnen und Schülern eine spannende, unterhaltsame und gehaltvolle Lesung zu demonstrieren. Vielen Dank an dieser Stelle auch an das Förderzentrum, da für dieses Projekt der dortige Theatersaal genutzt werden durfte.

 

Ruth Pötzl und Michael Andörfer

 

Großer Basketballsport an der Anton-Heilingbrunner Realschule

 

Die Realschule Wasserburg trägt den Titel „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“. Die Basketballabteilung des TSV Wasserburg, vertreten durch Ulla Prantl und Gaby Brei, haben hierfür die Patenschaft übernommen und unterstützen die Schule bei diesem Unterfangen.

 


Im Januar 2018 besuchten wieder mehrere Profibasketballerinnen aus der 1. Damenmannschaft des TSV Wasserburg die Schülerinnen und Schüler der 6. Jahrgangsstufe der Anton-Heilingbrunner Realschule im Zuge des Sportunterrichts und ließen diese an ihrem beeindruckenden Können teilhaben.

 

 

In einer ca. 70 minütigen Einheit zeigten die Basketballerinnen, welche aus vielen verschiedenen Nationen stammen und in Wasserburg wieder die Top-Mannschaft der Damen-Basketball-Bundesliga bilden, den Schülerinnen und Schülern an verschiedenen Stationen technische Tipps und Tricks bezogen auf die wesentlichen Fertigkeiten Dribbling, Wurf und Pass.

 

Hochmotiviert saugten die Kinder und Jugendlichen die Informationen auf und wandelten diese ihrerseits in viele gelungene Aktionen am und unter dem Korb um, was auch den Profispielerinnen das ein oder andere Lob entlockte. So gelangen in entspannter Atmosphäre interessante und spannende Trainingsphasen, welche den Schülerinnen und Schülern vor allem viel Spaß bereiteten.

 

  

 

Im Anschluss an das Schnuppertraining nahmen sich die beteiligten Sportlerinnen dankenswerterweise noch viel Zeit für Autogrammwünsche und Selfie-Anfragen. Besonders muss an dieser Stelle hervorgehoben werden, dass sich der TSV Wasserburg, vertreten durch Ulla Prantl, sehr spendabel zeigte und allen teilnehmenden Schülerinnen und Schülern eine Freikarte für ein Heimspiel der Bundesligamannschaft schenkten.

 

 

Die Realschule Wasserburg freut sich auf eine weitere, für alle Seiten gewinnbringende und freudvolle Zusammenarbeit!

 

Michael Andörfer

 

 

Eine bunte Kette für Toleranz

 

Am 07.07.2016 wurde der Schulfamilie der staatlichen Anton-Heilingbrunner Realschu-le in Wasserburg im Zuge eines Aktionstages der Titel „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“ verliehen. In regelmäßigen Abständen wird die Schulfamilie daran erinnert, dass man eine Verpflichtung eingegangen ist sich gegen Ausgrenzung und für Toleranz auszusprechen. Dies geschah vor den Herbstferien in Form eines Drohnenfotos.

 

„Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“ ist ein Projekt von und für Schülern/-innen. Es bietet Kindern und Jugendlichen die Möglichkeit, das Klima an ihrer Schule aktiv mitzugestalten, indem sie sich bewusst gegen jede Form von Diskriminierung, Mobbing und Gewalt wenden. Es ist das größte Schulnetzwerk in Deutschland. Alle Schülerinnen und Schüler, Lehrkräfte und Schulbediensteten hatten am 26.10.2017 die Möglichkeit ein gemeinsames Zeichen für Toleranz und gegen Ausgrenzung zu setzen. Eine geschlossene Menschenkette um das Schulgebäude sollte symbolisch für das einheitliche Eintreten der Schulgemeinschaft gegen Rassismus stehen.

 

Diese Kette wurde dann von einer Drohne aus luftiger Höhe fotografiert, sodass die Symbolik auf einem Bild festgehalten werden konnte.

 

Michael Andörfer

 

 Kurzer Film - großes Kino

 

Am 21.06.2017 besuchten, die Klassen 9c,d,e,f und g die Vorstellung des Kurzfilms „In our country“ mit anschließender Podiumsdiskussion im Kino Utopia.

 

Hierfür waren extra die Regisseurin Louisa Wagener, die Produzentin Saskia Hahn, die Kamerafrau Ute Bolmer und als Schauspieler Michi Altinger, der Pate unseres Projekts „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“, zugegen und beantworteten im Anschluss bereitwillig die Fragen des interessierten Publikums.



Durch die Information des bekannten Schauspielers und Kabarettisten entstand die Idee den Schülerinnen und Schülern der Realschule Wasserburg anhand dieses Kurzfilms die Thematik „Integration“ vor Augen zu führen, ein wichtiges und nach wie vor aktuelles Thema. "In our country" nennt sich der dreißigminütige Kurzfilm, der die Geschichte eines eritreischen Flüchtlings erzählt. Regisseurin Louisa Wagener und Produzentin Saskia Hahn haben diesen als Abschlussarbeit an der Hochschule Macromedia in München gedreht und wollen damit den Umgang mit Flüchtlingen darstellen. Den Kindern solle veranschaulicht werden, dass man den Flüchtlingen nicht nur positiv oder negativ gegenüber stehe, sondern dass sich einige einfach verunsichert fühlten, erzählt Wagener.
Der Film beschreibt die Geschichte des 19-jährigen Tekle, der gemeinsam mit seinem Bruder aus Eritrea flüchtet. Der beschwerliche Weg führt sie durch die Wüste Libyens, der Bruder überlebt den langen Weg nicht. Umso schwerer fällt es Tekle in Deutschland ein neues Leben aufzubauen. Er gelangt in eine Flüchtlingsunterkunft in Ebersberg, tritt dem hiesigen Fußballverein bei und freundet sich mit dem 17-jährigen Anton an, von dessen Clique er aber abgelehnt wird. "In our country" beruht auf wahren Erzählungen, was die Schülerinnen und Schüler sichtlich berührte.

Wagener und Hahn ist es mit diesem Film gelungen dem Zuschauer die Augen für die jeweiligen einzelnen Personen und deren Schicksale zu öffnen. Sie gestalteten einen Appell für Offenheit und Toleranz. Diese Werte spiegeln sich in dem zugänglichen „Anton“ aus dem Film wider, der durchaus als Vorbild für das eigene Verhalten dienen kann, indem er sich über festgefahrene Grenzen und Vorurteile hinwegsetzt.

 

Somit war dieser Kinobesuch ein weiterer Teil des großen „Toleranz-Projekts“ an der Anton-Heilingbrunner Realschule und zeigte den Jugendlichen in einem außerschulischen Lernort Tugenden, die gerne übernommen werden dürfen.

 

Michael Andörfer

 

Profibasketballerinnen trainieren Realschüler

 



Im Sommer 2016 wurde unsere Schule mit dem Titel „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“ ausgezeichnet. Hierzu erklärte sich unter anderem die Basketballabteilung des TSV Wasserburg, vertreten durch Ulla Prantl und Gaby Brei, bereit, die Patenschaft für dieses wichtige Projekt zu übernehmen.

        

Unterstützung und Zusammenhalt demonstrierten mehrere Profi-Basketballerinnen aus der 1.Damenmannschaft des TSV Wasserburg durch einen Besuch an unserer Schule. Die Spielerinnen, die aus vielen verschiedenen Nationen stammen, ließen im Zuge des Sportunterrichts die Schüler an ihrem beeindruckenden Können teilhaben. Sie zeigten in einer ca. 70-minütigen Einheit an verschiedenen Stationen technische Tipps und Tricks um die wesentlichen Fertigkeiten Dribbling, Wurf und Passen. Hochmotiviert saugten die Kinder und Jugendlichen die Informationen auf. Wie sie diese ihrerseits in gelungene Aktionen am Korb umwandelten, das entlockte den Basketballerinnen manch anerkennendes Lob, auf das man natürlich mächtig stolz war.
 

 

Großzügig waren die Basketballerinnen mit Autogrammkarten und persönlichen Interviews. Der TSV Wasserburg spendierte allen teilnehmenden Schüler(innen) sogar eine Freikarte für ein Heimspiel der Bundesligamannschaft.

 

  
   

  

 

   „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“

  

Am 07.07.2016 wurde der Schulfamilie der staatlichen Anton-Heilingbrunner Realschule in Wasserburg im Zuge eines Aktionstages der Titel „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“ verliehen. Die Schülerinnen und Schüler setzten an diesem Tag durch individuell gestaltete Plakate aktiv ein Zeichen für Toleranz und ein friedliches Miteinander. Verliehen wurde die Urkunde bei einem Festakt in der Turnhalle, welchem auch die Paten Michael Altinger und die Verantwortlichen der Damen Basketballmannschaft des TSV Wasserburg beiwohnten.

 

   

 

„Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“ ist ein Projekt von und für Schülern/-innen. Es bietet Kindern und Jugendlichen die Möglichkeit, das Klima an ihrer Schule aktiv mitzugestalten, indem sie sich bewusst gegen jede Form von Diskriminierung, Mobbing und Gewalt wenden. Es ist das größte Schulnetzwerk in Deutschland. Auch die Realschule Wasserburg ist nun ein Teil davon. Jährlich soll nun eine Aktion stattfinden, bei der alle Mitglieder der Schulfamilie sich für ein tolerantes Zusammenleben und gegen Rassismus einsetzen können.

 

  

Am 07.07.16 geschah dies in Form eines Fotoprojekts. Alle Schülerinnen und Schüler, Lehrkräfte und Schulbediensteten hatten die Möglichkeit ein individuelles Plakat zu gestalten, mit welchem man ein Statement zum Thema zum Ausdruck bringen konnte. Hierzu konnten Sprüche und Symbole aus einer Vorlage gewählt werden oder auch eigene Ideen gestaltet werden. Im Anschluss daran wurde an einer Fotostation, die von Schülern hervorragend betreut wurde, das Plakat mit dem „Künstler“ abfotografiert. So soll bald eine große Collage entstehen, die als gemeinsames Zeichen für Toleranz im Schulgebäude angebracht wird.

 
In der 5. Und 6. Stunde fand die offizielle Verleihung des Titels gemeinsam mit allen Schülern und Lehrern in der Turnhalle statt. Umrahmt wurde dies wunderbar durch die Bläserklasse von Frau Haindl und die Chorklasse von Frau Feldmeier. Bedingung für die Verleihung des Titels waren eine Unterschriftenaktion, ein gemeinsames Projekt und das Finden von Paten, welche dieses Engagement unterstützen. Hierfür konnten Michi Altinger und die Damen-Meistermannschaft des TSV Wasserburg Basketball gewonnen werden. Beide brachten beim Festakt sympathisch zum Ausdruck, warum sie die Realschule Wasserburg bei diesem Vorhaben unterstützen wollen. Die Rede der Schülersprecherin Birgit Rodinger zeigte, mit welch großer Leidenschaft und Verantwortungsbewusstsein sich auch junge Menschen mit diesem großen Thema der Gesellschaft auseinandersetzen können. Schließlich wurde der Schule die Urkunde mit dem Titel „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“ durch Herrn Michael Schneider-König vom Pädagogischen Institut in München verliehen.

  

Die betreuenden Lehrkräfte, Herr Haubner und Herr Andörfer, waren von dem herausragenden Engagement der Schulfamilie sehr angetan, bedanken sich bei allen unterstützenden Schülern/-innen und Lehrern/-innen und freuen sich schon auf anstehende gemeinsame Aktionen.

 

 

 

 

Projekt "hinschauen & anpacken"

Die Durchführung der Konzeption des Projekts für Toleranz und gegen Rassismus wurde bereits im letzten Schuljahr begonnen. Ziel ist, die gesamte Schulgemeinschaft für dieses Thema zu sensibilisieren und nachhaltig zu bearbeiten.

 
Nicht zuletzt die erschreckenden Ereignisse in aller Welt sowie die sich in aller Munde befindliche „Asylthematik“ gaben den Ausschlag dafür, dass die Schulfamilie der Realschule Wasserburg ein Zeichen setzen möchte. Besonders die Unterbringung von Flüchtlingen in der Schulturnhalle und die teilweise damit einhergehenden Sorgen und Ängste können durch Informationen, Gespräche, aber auch (diese) Projekte erklärt und, wenn nötig, überdacht werden.


Die Schulfamilie der Anton-Heilingbrunner Realschule Wasserburg möchte sich somit nachhaltig für Toleranz, Weltoffenheit und gegen Rassismus einsetzen. Die nachhaltige Förderung der Sozialkompetenz der Schülerinnen und Schüler in Bezug auf Toleranz und einem rücksichtsvollen Zusammenleben steht dabei im Vordergrund.

 

Die Schule wurde hierfür am 21.12.2015 durch den Ministerialbeauftragten, Herrn Kürzeder, mit einem Geldpreis ausgezeichnet.

 

Das Projekt 2015/16:

Jährlich sollen besondere Projekte die Schulfamilie sensibilisieren. Diese haben oftmals einen informativen, aufklärenden Charakter oder die Teilnehmer können und sollen selbst tätig werden.

 

Im Schuljahr 2015/16 ist zum Beispiel eine Fotostrecke geplant, bei der alle beteiligten Personen der Schulfamilie einen Vordruck, welcher vor der Brust präsentiert wird und den Vornamen der Person sowie den gewählten Slogan (in verschiedenen Sprachen) zum Thema „Toleranz“ enthält, gestalten. Aus diesen vielen Einzelbildern entsteht letztendlich eine Collage, die das Logo der Realschule Wasserburg symbolisiert und auch im Schulhaus angebracht wird.

 

 Durchgeführte, informative/effektive Bausteine des Projekts im Schuljahr 2015/16

 

 

 Amnesty Briefmarathon

 

Stefan meldet sich und verkündet: „Ich darf essen, was mir am besten schmeckt“. Auch Matthias hat einen Beitrag: „In der Schule darf ich immer meine Meinung sagen, das ist toll!“ „Ich darf mir jeden Tag selbst aussuchen, was ich anziehe“, sagt Laura. Die Lehrkraft antwortet nach einer kurzen Pause: „In verschiedenen Ländern dieser Welt wäre die Klasse nach euren Beiträgen ungefähr auf die Hälfte geschrumpft, weil ihr eingesperrt oder sogar verletzt worden wäret.“

 

Irritierte und fassungslose Blicke der Kinder.

 

 

Das Äußern der freien Meinung und Willens ist für uns alltäglich, jedoch öffnet Amnesty International den Menschen weltweit die Augen, denn in vielen Ländern der Erde werden die Rechte der Menschen verletzt, unterdrückt und nicht eingehalten. Darunter auch grundlegende Menschenrechte, die wir als ganz selbstverständlich erachten, wie zum Beispiel das Recht auf Gleichberechtigung oder das Recht auf Leben selbst. Die Aktion „Briefmarathon“ von Amnesty International macht auf diese Verbrechen aufmerksam, indem sie Einzelschicksale vorstellt und Menschen dazu auffordert, diesen mit ihrer Unterschrift beiseite zu stehen.

 

Auch die Schüler der Realschule Wasserburg hatten hier die Chance auszudrücken, dass sie nicht einverstanden damit sind, dass die Rechte anderer Menschen mit Füßen getreten werden. Indem sie einen eigenen Brief an die jeweiligen Verantwortlichen und Regierungen verfassen durften, stellten sie sich aktiv gegen Folterungen, unfaire Prozesse und Zwangsehen und bewirken so hoffentlich Freilassungen oder Freisprüche und retten damit Leben.

 

Angeleitet durch verschiedene Lehrkräfte in den Fächern Deutsch, Französisch, Religion und Ethik sind zahlreiche Briefe zusammengekommen. Exemplarisch möchten wir ein Schicksal herausgreifen, welches die Kinder besonders berührte. So beschreibt Amnesty in einem seiner Schicksale, die Situation eines elfjährigen Mädchens, das zur Ehe gezwungen worden ist. Die Bildungs- und Zukunftschancen des Mädchens bestehen nicht, da sie nach der Ehe unter Druck gesetzt wird, die Schule nicht zu besuchen. Stattdessen soll sie ihrem Ehemann Kinder gebären. Dadurch wird die Gesundheit, gar das Leben des Mädchens aufs Spiel gesetzt.

 

Eine Schülerin der sechsten Jahrgangsstufe meldet sich nach dem gemeinsamen Lesens des Schicksals und äußert, dass sie ja dann auch schon verheiratet wäre. Fragend wirft sie einen Blick durch das Klassenzimmer. Eine Mitschülerin von ihr spricht ihren Gedanken aus: „Das wäre ja total absurd, dann gebe es ja nur Jungenklassen!“

 

 

Gemeinsam werden mit den Kinderungen Forderungen gesammelt, die man an die Regierung von Burkina Faso stellen könnte, um sich für ein freies, selbstbestimmtes Leben des Mädchens einzusetzen. 

 

Im Anschluss arbeiten die Kinder mit großem Engagement an den Briefen, in denen sie auch ihre eigenen Gedanken miteinbringen. Bei der Gestaltung des Briefumschlags ist der Kreativität keine Grenze gesetzt: gemalte Friedensymbole, bunt, schwarz weiß, …


Hauptsache sie erzeugen bei den Verantwortlichen
möglichst viel Aufmerksamkeit!

 

Christopher Rothe und Simone Bösener