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Smartphone-smart

 

Das Smartphone macht uns erreichbar, ermöglicht uns, Informationen abzurufen rund um die Uhr, dient als Navi, gibt Sicherheit. Im Alltag ohne Handy sein – nicht auszudenken. Ein Gefühl der Unsicherheit kommt auf; man könnte ja etwas verpassen. Was Erwachsene vormachen hat längst unsere Kinder erreicht. Nahezu jeder Sechstklässler hat ein Smartphone. Jeder nutzt WhatsApp, viele Instagram & Co.
 

 

 

Während 12- bis 13-Jährige ein bis zwei Stunden am Smartphone verbringen, ist das bei Neuntklässlern schon deutlich mehr: 3 Stunden verbringen sie im Schnitt vor dem Bildschirm. Welche Auswirkungen aber hat der immer frühere Einstieg und die immer stärkere Nutzung des Handys für unsere Kinder?

 

Darüber sprach am 29.11.2017 Herr Martin Seidl mit den Eltern unserer Schüler der 5. bis 7. Klassen. Herr Seidl ist Dipl.-Sozialpädagoge und Suchtpräventionsfachkraft des Gesundheitsamts Rosenheim.

 

 

Die Gefahren durch übermäßigen Medienkonsum sind nicht zu unterschätzen:

 
           

Studien zeigen deutlich, dass die Nutzungsdauer von Medien in Zusammenhang stehen mit Sprachentwicklungsstörungen und Konzentrationsstörungen. Ständige Unterbrechungen – wie z. B. das permanente Kontrollieren des Posteingangs - blockieren das anhaltende Eintauchen in eigene Gedanken. Ausdauer und Geduld zu entwickeln wird nicht durch ständige Ablenkung gefördert.

 

Herr Seidl begründete auch, warum die Zahl der Brillenträger angewachsen ist und verwies auf die bei Kindern intensivere Strahlenbelastung, die Zunahme von Schlafstörungen, Übergewicht und organischen Beschwerden bei Jugendlichen. Wichtig seien – besonders für Kinder und Jugendliche – wirkliche Erholungspausen für das Gehirn.

 

Durch einen Handyanruf eine Gefahr im Straßenverkehr zu spät wahrzunehmen, diese Situation ist jedem vertraut. Hören unsere Kinder herannahende Autos? Oder gilt ihre Aufmerksamkeit ausschließlich der Musik auf dem Smartphone?

 

Die Menge der APPs erhöht den Zeitaufwand, alles zu checken. Mehr und mehr fühlt sich mancher an das Handy gebunden. Wann wird es zu viel?

 

 

 

Ein kleines harmloses Handyspiel – Einstieg kostenlos. Ich bekomme viele Punkte, erreiche einen höheren Level; ich fühle mich toll. Weiter. Aber jetzt wo es interessant wird, soll ich bezahlen?

Ist ein „Nicht-verzichten-können“ mangelnde Selbstbeherrschung oder bereits Sucht? Woran erkenne ich, dass sich bei mir Suchtverhalten bildet? Woran erkenne ich, dass mein Kind zu viel Medien konsumiert?

 

Sind deine Gedanken immer wieder und immer mehr bei deinem Onlinespiel? Tolerierst du, dass man dich beim Spiel unterbricht? Hast du die Zeiten, die du mit deinen Eltern vereinbart hast, eingehalten oder schaffst du das nicht mehr? Triffst du Freunde noch im „richtigen Leben“ oder vernachlässigst du deine sozialen Kontakte? Vernachlässigst du die Arbeit, für die du verantwortlich bist? Wenn du dem zustimmen kannst, solltest du dich unverbindlich beraten lassen. 

 

Auch auf Probleme wie Mobbing oder sexuelle Belästigung, die durch die Verwendung von Smartphones deutlich stärker wurden, ging Herr Seidl ausführlich ein. Beiträge aus den Reihen der Eltern bestätigten die Notwendigkeit der Diskussion. So verwies Herr Seidl u. a. auf eine App, die die Nutzungsmöglichkeit des Smartphones für Kinder einschränkt und ein Programm, das die Kontrolle des PC’s einfach macht. Wichtig sei – und da waren sich Eltern, Lehrer und der Dozent einig – klare gemeinsame Regeln, um dem Spruch „aber alle haben …“ etwas entgegenzusetzen.

 

Weitere Informationen erhalten Sie unter folgenden Adressen:

www.phonesmart-share.de/eltern.html

 

 

 

 

In jeweils 4-stündigen Workshops diskutierte Her Seidl mit allen Sechstklässern über die obigen Themen.

 

Mit Spielen, Filmbeiträgen und Quizz weckte er das Interesse der Schüler.

 Christa Ströhl